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Die Suche nach der Vergangenheit

Wer ist Mr Satoshi?: Roman - Jonathan Lee, Cornelia Holfelder-von der Tann

„Dieses Päckchen ist für Mr. Satoshi. Wenn wir seine Adresse heraufinden.“ (Vom Klappentext des Buches)

 

Das sind die letzten Worte, die Foss’ Mutter sagte, während sie liebevoll einen alten, abgenutzten Schuhkarton tätschelt. Deshalb entschließt der Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Die Reise führt ihn in die schrille Welt Japans. Dabei entdeckt Foss, das die Vergangenheit seiner Mutter ein einschneidendes Ereignis im Jahr 1946 hatte. Bei seiner Suche wir er von der pinkhaarigen Chiyoko unterstütz.

 

Meinung

 

Schreibstil

 

Der Schreibstil von Jonathan Lee ist mitreißend und packend. Er hat etwas ganz Besonders an sich, dass man nicht jeden Tag liest. Der Schreibstil hat selbst eine etwas langwierige Passage für mich einigermaßen wett gemacht. Die Geschichte wird uns aus der Sicht von Foss erzählt, was uns tief in seine Gefühlswelt eintauchen lässt.

 

„Um mich und über mir ein Getümmel von Schatten, Absätze wie zwölf Zentimeter lange Dolche, von hinten angestrahlte Hände, ein gelbes Rund an einem wässrig grauen Himmel, Neonsymbole flimmernd wie Sterne.“ (S. 110)

 

Charaktere und Geschichte

 

Rob, von allen Foss genannt, ist 41 Jahre alt und versteckt sich vor der Welt. Er ist ein erfolgreicher und berühmter Fotograf, macht aber keine aktuellen Fotos mehr. Seit einem einschneidenden Erlebnis vor einigen Jahren wird er von Panikattacken heimgesucht, ist depressiv und tablettensüchtig. Er verlässt seine Wohnung nur, um seine demente Mutter zu besuchen. Bei seinem letzten Besuch stirbt sie. Die letzten Worte, die sie an ihn richtet, beziehen sich auf ein altes Päckchen, das unbedingt an einen Mr Satoshi gehen soll, aber die Adresse wird wohl nicht mehr stimmen. Foss nimmt das Päckchen an sich und die Sache lässt ihn nicht mehr los.

 

„In dem Moment wusste ich es noch nicht, aber der Staub war nur der Anfang all dessen, was durch meine Einmischung in der Welt meiner Mutter aufgewirbelt würde; bald schon würde nichts mehr an seinem Platz sein, nichts mehr so, wie es gewesen war.“ (S. 25-26)

 

Die Suche nach Mr Satoshi führt ihn nach Japan wo er auf die lebhafte und etwas aufgedrehte Chiyoko trifft, die selber ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Sie hilft ihm, sich in dem Land zu orientieren und bei seiner Suche. Doch Foss ahnt noch nicht, was er entdecken wird. Beide Charaktere mochte ich sehr. Sie waren zwar vielleicht nicht unbedingt wahnsinnige Sympathieträger, aber sie waren authentisch und facettenreich, wie aus dem echten Leben. Ich konnte mit beiden mitfühlen und mitleiden, denn sie haben es nicht leicht.

 

Die Geschichte beginnt sehr vielversprechend, der Schreibstil packte mich und ich wurde direkt in die Geschichte geworden. Wir lernen Foss kennen, der sein Einsiedlerdasein fristet, ständige von Panikattacken heimgesucht wird und tablettensüchtig ist. Die Suche fängt an, ihn aus seinem Schneckenhaus zu locken. Mit jedem Tag, fängt er ein bisschen mehr an zu Leben. Die Geheimnisse, die er aufdeckt, zeigen ihm, was im leben wichtig ist und dass man einen Menschen nie zu 100 Prozent kennen kann. Leider hat die Suche zwischenzeitlich zu lange stagniert, es ist nichts passiert, keine neunen Entwicklungen oder Geschehnisse. Das hat die Geschichte etwas gedämpft.

 

Fazit

 

Wer ist Mr Satoshi ist ein sprachlich sehr gelungener Roman. Die Schreibstil war etwas Besonderes und hat das Buch für mich zu etwas Speziellem gemacht. Die Suche nach Mr Satoshi zeigt Foss, wie es ist zu Leben, aber auch, dass man nie sicher sein kann, jemanden richtig zu kennen. Eine Geschichte über das Leben, Verluste und Trauer und das es wichtig ist, diese zu bewältigen. Leider stagnierte die Geschichte zwischendurch etwas, weshalb ich nur vier von fünf Sternen geben kann.