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Ein gelungener Reihenauftakt

Die sieben Schwestern: Roman - Lucinda Riley, Sonja Hauser

Maia d’Aplièse ist mit ihren fünf Schwestern auf dem herrschaftlichen Anwesen „Atlantis“ am Genfer See aufgewachsen. Alle sechs wurden von Pa Salt, ihrem geliebten Vater, adoptiert, als sie noch Babys waren. Er benannte sie nach den Plejaden, dem Siebengestern der sieben Schwestern. Die Schwestern wissen nichts über ihre wahren Wurzeln. Eines Tages verstirbt Pa Salt überraschend und hinterlässt den sechs jeder einen Brief und ein kleines Rätsel. Diese sollen sie in ihre Vergangenheit führen. Im Buch eins der Reihe begleiten wir Maia auf ihrer Suche.

 

Meinung

 

Schreibstil

 

Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, was mich ja immer sehr freut, da ich so in der Regel schneller und einfacher mit den Protagonisten warm werden. Der Schreibstil war allerdings auch etwas kühl und steif, es fehlten, außer in den Briefen, etwas die Emotionen. Dadurch viel es mir doch schwer. Dennoch fand ich den Schreibstil schön, es war mal etwas anders eine solche Geschichte ohne das typische Geschnulze zu lesen. Ich musste mich nur erst einmal daran gewöhnen.

 

Charaktere und Geschichte

 

Maia und ihre fünf Schwestern erhalten von ihrem verstorbenen Adoptivvater Pa Salt jeder einen Umschlag und ein kleines Rätsel. Die Spuren sollen sie in ihre eigene Vergangenheit frühen. Denn keine der sechs weiß, wo ihre wahren Wurzeln liegen. In diesem ersten Band begleiten wir Maia bei ihrer Suche, die sie nach Rio de Janeiro führt. Hier stößt sie auf die Spuren von Izabela Bonifacio, eine schöne, junge Frau aus den besten Kreisen der Stadt. Sie hat dort in den 20er Jahren gelebt. Maia taucht in eine spannende und faszinierende Lebensgeschichte ein und fängt langsam an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollte.

 

Maia, Izabela, Florian und Maias Schwestern, ebenso wie Pa Salt, sind alle wunderbare Charaktere. Lucinda Riley hat sie vielschichtig, facettenreich aber auch geheimnisvoll gezeichnet.

 

Maia gilt als die Schöne, dennoch hat sie sich noch nicht in die Welt getraut und versteckt sich hintern den Mauern von Atlantis. Pat Salt zeigt in seinem Brief, wie gut er seine Tochter kennt.

 

„Lass dich nie von der Angst leiten! Eine treffendere Beschreibung meiner Persönlichkeit hätte ich mir kaum vorstellenkönnen“. (S. 75)

 

Es ranken sich viele Fragen und Rätsel um Pa Salt. Warum hat der die sechs adoptiert, warum sind sie nach den Plejaden benannt, warum hat er nie etwas erzählt und ganz wichtig, wo ist Schwester Nummer sieben? All diese Fragen bleiben in Teil eins erst einmal ungeklärt und vermutlich wird es insgesamt auch bis zum letzten Satz des letzen Buches dauern, bis wir alles erfahren. Es wird also spannend bleiben.

 

Mir haben die verschiedenen Erzählsprünge der Geschichte gut gefallen. Sie machten das Buch abwechslungsreich und spannend. Zunächst starten wir mit der Geschichte um die Schwestern und den Zeitpunkt, als ihr Vater starb. Dort lernen wir ganz kurz jede einmal kennen. Danach verlagert sich die Geschichte auf Maia, die nach ihren Wurzeln sucht und nach Rio fliegt. Dort begleiten wir sie auf der Suche, wo sie an Briefe von Izabela gelangt, die vermutlich entfernt mit ihr verwandt war. Die Briefe entführen uns in Izabelas leben in den 20er Jahren, zunächst in Rio, dann in Paris, dann wieder in Rio. Allerdings war dieser Teil der Geschichte gerade in den Anfängen etwas schleppend. Später ging es dann aber wieder spannend und interessant weiter.

 

„Sei versichert, dass ich jeden Tag beim Aufwachen an Dich denken und für Dich beten und Dich immer aus ganzem Herzen lieben werde.“ (S. 437)

 

Besonders überzeugen konnte mich Lucinda Riley mit den sehr genau recherchierten, historischen Fakten, beispielsweise zur Entstehung des Cristo. Die Details waren sehr gut recherchiert und ich habe Lust bekommen, mehr darüber zu erfahren und in die Mythen rund um die sieben Schwestern einzutauchen. Auch die Szenenbeschreibungen, besonders die in Rio, haben mich begeistert. Ich fühlte mich, als wäre ich direkt vor Ort.  Das Ende von Maias-Geschichte war rund und alle Fäden zu diesem Teil der Geschichte liefen zusammen. Das wirkliche Ende zeigte aber schon einen kurzen Einblick zur nächsten Schwester, und ist offen mit einem fiesen Cliffhanger. Ich weiß gar nicht, wie ich jetzt monatelang auf das nächste Buch warten kann.

 

„Liebe kennt keine Entfernung.
Sie kennt keinen Kontinent.
Ihr Blick gilt den Sternen.“ (S. 531)

 

Fazit

 

Lucinda Riley hat mit diesem Buch einen gelungenen Reihenauftakt hingelegt. Die Charaktere waren stark und facettenreich. Die Geschichte ist spannend, mit vielen Rätseln und Fragen, die auftauchten. Das macht große Hoffnung auf weitere, faszinierende Bücher zu den anderen Schwestern. Besonders fasziniert haben mich die Szenenbeschreibungen und die genauen historischen Fakten, die in diesem Buch verarbeitet sind. Einen Stern muss ich allerdings wegen den für mich anfangs zu kühlen Schreibstil und der etwas langatmigen Stelle zu Beginn von Izabelas Geschichte abziehen