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Rasanter einstieg, flacher Ausgang aber hat Potenzial

Rache wird kalt serviert - Jasmin De

Mit nur fünf Jahren musste Luna miterleben, wie ihre Eltern eiskalt ermordet werden. Von diesem Tag an, schwor sie sich, Rache zu nehmen. Alles was sich ihr dabei in den weg stellt, beseitigt sie gnadenlos. Endlich ist sie ihrem Ziel so nah, wie niemals zuvor, da kommt ihr ein Mann in die Quere, mit dem Auftrag, Luna umzubringen. Doch ein Kuss ändert alles. Der Hass verbindet die Killermaschienen. Doch Hass ist ein leidenschaftliches Gefühl. Was siegt, der Hass oder die Leidenschaft?
 

Meinung

 

Schreibstil

 

Der Schreibstil ist recht einfach und umgangssprachlich aber auch sehr rasant. Für eine so junge Debütautorin bietet er schon viel Potenzial. Allerdings haben sich immer mal wieder kleine Satzbaufehler oder Wiederholungen eingeschlichen und der Bruch zwischen manchen Szenen war etwas hart. Das Buch ist meist aus Sicht von Luna erzählt. Ab und an wechselt es auch mal zu Esme, ihrer Therapeutin oder Leo. Wenn die Geschichte aus Esme’s Sicht erzählt wird, passierte es allerdings auch, dass die Geschichte für ein paar Sätze in die dritte Person rutschte.

 

Charaktere

 

Luna war eine außergewöhnliche Protagonistin. Sie war so hart und brutal und gleichzeitig sehr zerbrechlich. Seit diesem Tag damals, hat sie psychische Probleme, eine bipolare Störung, Angstattacken und doch ist sie stark geblieben. Irgendwie mochte ich sie, und das obwohl sie eine eiskalte Killern ist. Auch die anderen Charaktere, wie Esme, ihr Onkel Carl, ihre Tante oder Leo waren ganz gut gezeichnet. Leo war etwas zu perfekt und so richtig warm wurde ich nicht mit ihm. Alles in allem waren die individuellen Persönlichkeiten aber gut herausgearbeitet.

 

Geschichte

 

Luna will Rache. Rache dafür, dass sich mit ansehen musste, wie ihre Eltern auf brutale Art und Weise ermordet wurden. Von ihrem Onkel Carl und Helfern, wir sie hinter dem Rücken ihrer Tante zu einer Killermaschine ausgebildet und niemand, der mit dem Tod ihrer Eltern zu tun hat, ist vor ihr sicher. Nach außen hin versucht sie mit Hilfe ihrer Therapeutin aber ein einigermaßen normales Leben zu führen. Doch eines Tages kommt ihr Leo in die Quere, der beauftragt ist, sie zu töten. Doch zwischen den beiden funkt es gewaltig.

 

Alles in allem keine neue Idee. Solche Geschichten ließt man doch öfter. Besonders stark war ich an den Film Mr und Mrs Smith erinnert. Die Geschichte geht aber rasant los, was mich gleich ins Buch fallen ließ. Allerdings hat Jasmine De versucht, ein paar zu viele Genres in einem Buch unter zu bringen. Es gab Erotik, Action, Liebe und etwas Witz, was nicht ganz rund zusammen passte.

 

Die Geschichte war am Anfang recht packend und abwechslungsreich und sehr bildhaft beschrieben. Doch als Luna dann ihr Ziel quasi erreicht hat, flaut es ab. Ich hatte das Gefühl, dass beim Schreiben dann die Luft raus war. Es fühlte sich an, als wäre sich die Autorin selbst nicht richtig sicher gewesen, wie die Geschichte jetzt noch weitergehen soll. Ab da rutschte es in eine sehr kitschige Geschichte ab, die nicht mehr richtig in Fahrt kam. Das Ende war leider auch nicht ganz rund.

 

Fazit

 

Am Anfang begann die Geschichte sehr schnell und packen und konnte mich mitreißend. Mit jeder Seite wurde der Schreibstil klarer und bildhafter, rutschte dann aber auch wieder etwas in die Oberflächlichkeit ab. Einige Kapitel lang macht es richtig Spaß, die Geschichte zu lesen. Leider driftete das ganze in zu viel Kitsch ab, sobald Luna ihr Ziel erreicht hatte. Hier hätte man die Geschichte gerne einfach auch schon zum Ende bringen können. Alles in allem merkt man, dass es sich um einen selbstverlegten Debütroman einer noch recht jungen Autorin handelt, der mit kleinen Schwächen und Anfängerfehlern gespickt ist. Aber man merkt auch, dass Jasmin De großes Potenzial für weiter spannende Bücher hat. Etwas weniger Genremix und die Geschichte einfach dann zu Ende bringen, wenn es spannend ist und nicht verzweifelt in die Länge ziehen, dann können noch sehr gute Werke aus ihrer Feder entstehen. Ich gebe drei von fünf Sternen.